Schwitzen statt Wellness: Die Herren 2 machen sich im Schwarzwald fit Volley Uri

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Ein Wochenende im Schwarzwald: Da könnte man an Erholung, Wellness und gemütliche Stunden in der Sauna denken. Für die Herren 2 von Volley Uri stand allerdings eine andere Art des Schwitzens auf dem Programm. In der Eichenbach-Sporthalle in Haslach wurde am Samstag und Sonntag trainiert, an technischen Details gefeilt und vor allem viel Volleyball gespielt.

Dass es die Urner ausgerechnet nach Haslach verschlug, hat mit Lars Huhn zu tun. Der Zuspieler aus dem Schwarzwald absolvierte in der vergangenen Saison ein Praktikum im Forstbereich im Kanton Uri und schloss sich während dieser Zeit Volley Uri an. Gemeinsam mit den Urnern feierte er am Ende der Saison den Aufstieg in die 4. Liga.

Mittlerweile ist Huhn zurück in Deutschland und spielt wieder für seinen Stammverein VC 94 Haslach, dessen Herren in der Landesliga antreten. Der Kontakt nach Uri ist jedoch geblieben. So entstand die Idee, die Saisonvorbereitung mit einem Trainingsweekend in seiner Heimat zu verbinden.

 

Mit Ambitionen in die neue Saison

Nach der Anreise am Freitagabend wartete am Samstag ein dichtes Programm. Am Morgen stand eine erste längere Trainingseinheit an, nach der Mittagspause wurde nochmals trainiert, ehe am späteren Nachmittag der erste Vergleich mit dem VC 94 Haslach folgte. Geleitet wurden die Trainings von Valentin Schuler, der die Mannschaft während des Wochenendes auch in den Testspielen coachte.

Volley Uri war mit acht eigenen Spielern angereist und erhielt zusätzliche Unterstützung von Kevin Imhof. Auch Silja, die Freundin von Lars, half während des Wochenendes auf dem Trainingsfeld mit.

Für die Urner kam der Vergleich mit dem Landesligisten zum richtigen Zeitpunkt. Nach dem Aufstieg will die routinierte Mannschaft in der 4. Liga nämlich nicht einfach nur mitspielen. Das Team möchte sich möglichst weit vorne klassieren und liebäugelt durchaus mit einem Spitzenplatz.

Dass dieses Ziel nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, zeigte sich bereits im ersten Testspiel. Trotz des schmalen Kaders hielt Volley Uri mit den Gastgebern gut mit. Im klassischen Best-of-Five setzte sich Haslach erst nach fünf Sätzen knapp mit 3:2 durch.

Nach einem langen Tag in der Halle wurde der sportliche Teil beim gemeinsamen Abendessen vorübergehend zur Nebensache. Im Foyer der Sporthalle liessen die beiden Mannschaften den Tag bei Pizza ausklingen. Dabei blieb genügend Zeit, um alte Geschichten aufzufrischen und neue zu schreiben. Und weil man schon einmal in Deutschland war, wurde selbstverständlich auch die lokale Bierkultur gepflegt – je nach Ausdauer mit irgendwo zwischen einem und zehn Exemplaren.

 

Eine Volleyball-Freundschaft über die Landesgrenze

Dass aus Lars' Zeit in Uri mehr geblieben ist als eine gemeinsame Volleyballsaison, hatte sich bereits einige Wochen zuvor gezeigt. Am 22. August war Huhn gemeinsam mit Silja zurück im Kanton Uri und nahm mit seinen ehemaligen Teamkollegen am Beach Cup Uri in Seedorf teil.

Auch im Schwarzwald verstanden sich die beiden Mannschaften auf und neben dem Feld bestens. So wurde am Samstagabend bereits die Fortsetzung des Trainingsweekends beschlossen: Im kommenden Jahr sollen die Haslacher den Gegenbesuch in Uri antreten. Das zweite September-Wochenende wurde dafür bereits provisorisch reserviert.

Am Sonntagmorgen hiess es für die Urner allerdings zuerst nochmals: zurück in die Halle. Nach einer weiteren Trainingseinheit folgte am Nachmittag der zweite Vergleich mit Haslach. Aufgrund der verfügbaren Zeit wurde dieses Mal im Best-of-Three gespielt. Wiederum entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, die der VC 94 Haslach mit 2:1 für sich entschied.

Für einen Satz kam es dabei noch zu einem kleinen Comeback: Lars Huhn wechselte nochmals die Seiten und spielte wie in der vergangenen Saison für Volley Uri.

Nach zwei intensiven Tagen, mehreren Trainingseinheiten und insgesamt acht Testsätzen gegen einen starken Gegner machte sich die Urner Delegation am Sonntagnachmittag wieder auf den Heimweg.

 

Gutes Niveau – Luft nach oben in der Verteidigung

Trainingsleiter Valentin Schuler zog nach dem Wochenende ein positives Fazit. Mit dem Niveau, der Leistung und insbesondere dem Trainingseinsatz der Mannschaft zeigte er sich sehr zufrieden. Erfreulich sei auch der Auftritt von Youngster Miro Arnold gewesen, der neu als Passeur zum Einsatz kommt und auf dieser Position bereits zu überzeugen wusste.

Das Trainingsweekend zeigte aber auch auf, wo bis zum Saisonstart noch Arbeit wartet. Defizite machte Schuler insbesondere in der Verteidigung und im Zusammenspiel zwischen Block und Verteidigungsriegel aus. In diesem Bereich sei Haslach den Urnern voraus gewesen und habe deutlich mehr vermeintlich verlorene Bälle noch «gekratzt».

Entsprechend wurde genau dort nach der Rückkehr aus dem Schwarzwald angesetzt. Im darauffolgenden Training lag der Fokus auf der korrekten Ausrichtung von Block und Verteidigung. Für Schuler ist dabei aber nicht nur die taktische Abstimmung entscheidend: Auch der unbedingte Wille, einen Ball noch zu verteidigen und im Spiel zu halten, müsse bei den Urnern noch grösser werden.

Insgesamt darf Volley Uri mit einem guten Gefühl aus dem Schwarzwald zurückkehren. Die beiden knappen Niederlagen gegen einen höherklassigen Gegner zeigten, dass die Mannschaft bereits auf einem guten Niveau unterwegs ist. Bis zum Saisonstart bleiben noch einige Trainings – und mit Thomas Gisler kehrt nach seiner Achillessehnen-Verletzung zudem ein weiterer routinierter Spieler ins Team zurück.

Die Vorfreude auf die erste Saison in der 4. Liga ist entsprechend gross. Und wer weiss: Vielleicht gibt es nach dem Aufstieg schon bald wieder etwas zu feiern. Genügend Erfahrung mit der deutschen Bierkultur wäre seit diesem Wochenende jedenfalls vorhanden.

 

Bildlegende (FOTOS ZVG):

  • Bild 1: Ein Wochenende, zwei Vereine und eine neue Volleyball-Freundschaft: Volley Uri zu Gast beim VC 94 Haslach.
  • Bild 2: Gemeinsam dichtmachen: Der Urner Block stellt sich dem Haslacher Angriff entgegen.
  • Bild 3: Hände hoch: Volley Uri versucht, den Angriff des VC 94 Haslach bereits am Netz zu stoppen.
  • Bild 4: Angriff Haslach
  • Bild 5: Volle Konzentration am Netz: Volley Uri im Angriff gegen den VC 94 Haslach.
  • Bild 6: Druck am Netz: Die Urner Offensive sucht die Lücke im Haslacher Block.
  • Bild 7: Angriff ist die beste Vorbereitung: Volley Uri im Testspiel gegen den Landesligisten aus Haslach.

 

Bericht: Fabio Ziegler

 

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