Volley Uri stellt die Weichen für die Zukunft Volley Uri
Volley Uri hat in den vergangenen Jahren viel bewegt: Fusion, Integration, neues Erscheinungsbild, neue Strukturen und sportliche Ambitionen. An der dritten ordentlichen Generalversammlung vom Freitag, 12. Juni 2026, im Gasthaus Krone in Attinghausen wurde nun sichtbar, dass der junge Verein in die nächste Phase eintritt. Nicht mehr nur der Zusammenschluss stand im Zentrum, sondern die Frage, wie sich Volley Uri sportlich, organisatorisch und finanziell nachhaltig weiterentwickeln will.
Knapp 100 Mitglieder folgten der Einladung des Vorstands. Das Co-Präsidium mit Anja Näpflin und Niels Hansen führte durch den Abend. Nach den statutarischen Einstiegstraktanden mit der Wahl der Stimmenzähler und der Genehmigung des Protokolls zeigte Kassier Stefan Arnold beim Mitgliederbestand auf, dass der Verein weiterhin auf einer breiten Basis steht. Volley Uri zählt nach wie vor knapp 500 Mitglieder. Damit bleibt der Verein eine der grossen Sportfamilien im Kanton Uri.
Interaktiver Rückblick mit Kahoot und vielen Erinnerungen
Der Jahresbericht des Co-Präsidiums wurde in diesem Jahr nicht als klassischer Vortrag, sondern in einer interaktiven Form präsentiert. Anja Näpflin und Niels Hansen führten die Mitglieder anhand der Highlights des vergangenen Vereinsjahres durch einen Rückblick, der mit einem Kahoot-Quiz verbunden war. So wurden die Vereinsmitglieder direkt eingebunden und konnten das Vereinsjahr nochmals auf unterhaltsame Art Revue passieren lassen.
Im Zentrum standen unter anderem der lange Fototermin mit zahlreichen Teams, der Saisonstart, der Chlausabig, der Anlass des Club 2024 sowie die Einsätze an der Raiffeisen-GV. Besonders viel Raum erhielt der SVRI Cupfinal mit den U-Finalturnieren, welcher erstmals in dieser Form in den Kanton Uri geholt werden konnte. Das Organisationskomitee stellte einen Anlass auf die Beine, der weit über die Kantonsgrenzen hinaus für positive Rückmeldungen sorgte. Auch vom Innerschweizer Volleyballverband gab es grosses Lob. Die Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern deutlich übertroffen. Entsprechend besteht sogar die Aussicht, nach den zwei zugesicherten Austragungsjahren weitere Durchführungen anzuhängen.
Im Rahmen des Jahresberichts wurde nicht nur auf erfolgreiche Anlässe zurückgeschaut, sondern auch Dank ausgesprochen. Das Co-Präsidium nutzte die einzelnen Highlights, um den vielen engagierten Personen im Hintergrund Anerkennung zu zeigen. Ein spezieller Moment war zudem der Rückblick auf den Visionstag des Vorstands. Dabei wurden mit Stefan Arnold, Marco Wipfli und Fabio Ziegler auch drei abtretende Vorstandsmitglieder für ihren grossen Einsatz in den Bereichen Finanzen, Sponsoring sowie Marketing und Kommunikation verdankt.
Sportlich zwischen Aufstiegseuphorie und Enttäuschung
Die Sportkommission blickte anschliessend auf eine Saison mit klaren Hochs und Tiefs zurück. Zu den erfreulichen Momenten gehörte das Trainingsweekend der Aktivteams, das als wichtige Vorbereitung auf die neue Saison diente. Auch die Heimrunden entwickelten sich erneut zu stimmungsvollen Volleyballtagen, an denen Sport, Vereinsleben und Gastro-Angebot zusammenkamen.
Sportlich setzten vor allem die Nachwuchsteams Ausrufezeichen. Die Junioren wurden Regionalmeister, die Juniorinnen 1 krönten ihre starke Saison mit dem Aufstieg in die 1. Liga, und das neu gegründete Herren 3 liess der Konkurrenz keine Chance. Mit weisser Weste gelang dem Team der direkte Aufstieg in die 4. Liga. Diese Resultate zeigen, dass im Nachwuchs und in der Breite viel Substanz vorhanden ist.
Auf der anderen Seite mussten auch Enttäuschungen eingeordnet werden. Das Herren-Fanionteam muss nach nur einer Saison in der nationalen 1. Liga wieder den Gang in die 2. Liga antreten. Bei den Damen fehlte nach einem spannenden Saisonfinale nur wenig zum Aufstieg. Platz 3 war stark, am Ende aber knapp nicht genug. Gerade diese Gegensätze machten deutlich, wie anspruchsvoll der sportliche Weg ist, auf dem sich Volley Uri befindet.
Events als Aushängeschild
Eventleiter Adrian Aschwanden liess ein ereignisreiches Jahr Revue passieren. Vom Beach Cup Uri über das Season Opening, die Heimrunden, den Chlausabig und den Club-2024-Anlass bis hin zur Raiffeisen-GV und zum SVRI Cupfinal reihte sich ein Anlass an den nächsten. Für die kommende Saison ist vorgesehen, das Format wieder etwas anzupassen und unter anderem ein Season-End-Event durchzuführen.
Ein wichtiges Thema bleibt die Organisation der Helfereinsätze. Das bereits angekündigte Helfereinsatz-Tool soll nun breiter eingesetzt werden. Die Idee dahinter ist einfach: Mitglieder können sich künftig selbstständiger für Einsätze einschreiben, während die aufwendige manuelle Helferplanung reduziert wird. Damit soll die grosse Zahl an Vereinsanlässen für alle tragbar bleiben.
Nummer eins auf Instagram
Auch im Bereich Social Media konnte Volley Uri starke Zahlen präsentieren. Im Urner Vergleich liegt der Verein mit über 4’000 Instagram-Followern klar an der Spitze der Sportvereine. Diese Reichweite zeigt sich auch in der Performance der Beiträge: Die letzten zehn Posts erreichten im Schnitt rund 12’000 Aufrufe, einzelne Beiträge sogar Spitzenwerte von gegen 37’000 Reichweite. Mit durchschnittlich rund 390 Likes und einem Höchstwert von 800 Likes verfügt Volley Uri über eine Plattform, die auch für Sponsoren attraktiv ist. Erwähnungen, Markierungen von Spielerinnen und Spielern, Partnern und Sponsoren sowie Reposts sollen deshalb weiterhin aktiv gepflegt werden.
Erfreuliche Finanzen und solide Basis
Besonders erfreulich fiel der Finanzbericht aus. Stefan Arnold durfte eine Jahresrechnung präsentieren, die deutlich besser ausfiel als budgetiert. Statt eines erwarteten vierstelligen Verlusts resultierte ein Gewinn von rund 24’000 Franken. Möglich wurde dies unter anderem durch das ausgebaute Gastro-Angebot an den Heimrunden sowie durch zusätzliche Einnahmen rund um die U-Finalturniere und die Cupfinals der Damen und Herren.
Damit zeigt sich, dass Volley Uri nach der intensiven Aufbauphase zunehmend auf finanziell gesunden Beinen steht. Neben treuen Sponsoren tragen auch neue und erweiterte Einnahmequellen dazu bei, dass der Verein unabhängiger und nachhaltiger planen kann. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass es in einem noch jungen Verein weiterhin Positionen geben kann, die in die eine oder andere Richtung abweichen. Das Budget für die kommende Saison rechnet erneut mit einem Gewinn und unterstreicht damit den eingeschlagenen Kurs. Wichtig ist dabei auch die Erkenntnis, dass der Verein finanziell funktionieren kann, ohne von Grossanlässen wie der früheren Fortuna Party abhängig zu sein.
Strategie mit klarem sportlichem Fokus
Ein zentrales Traktandum war die neue 5-Jahresstrategie. Die Ergebnisse stammen wesentlich aus einem Visionstag des Vorstands und wurden der Versammlung vorgestellt. Die strategische Ausrichtung baut auf drei Pfeilern auf: Sport, Infrastruktur und Finanzen sowie Image und Sichtbarkeit.
Der Schwerpunkt liegt klar beim Sport. Volley Uri will in den kommenden Jahren gezielt in die Aus- und Weiterbildung der Trainerinnen und Trainer investieren. Das Wissen soll direkt an die Spielerinnen und Spieler weitergegeben werden. Besonders wichtig ist der Gedanke, erfahrene Trainer vermehrt auch bei den Jüngsten einzusetzen. Sportlicher Fortschritt soll aus den eigenen Reihen entstehen. Es geht nicht darum, Spieler oder Trainer einzukaufen, sondern darum, die vorhandenen Kräfte im Verein weiterzuentwickeln.
Auch die weiteren Pfeiler zeigen, wohin sich Volley Uri entwickeln will. Bei Infrastruktur und Finanzen geht es um mehr Trainingskapazitäten, eine solide Sponsorenbasis und neue Einnahmequellen. Im Bereich Image und Sichtbarkeit sollen Social Media, Pressearbeit, attraktive Heimrunden und eine nachhaltige Nachwuchsgewinnung weiter gestärkt werden.
Organisation folgt der Strategie
Die Diskussionen rund um Vision und Strategie führten auch zu einer neuen Vereinsorganisation. Der bisher elfköpfige Vorstand war nach den Fusionen bewusst breit aufgestellt, mit der Zeit aber sehr gross geworden. Neu wird die Vereinsleitung schlanker organisiert. Sie besteht aus Vorstand und Kommissionen, welche zusammen die Vereinsleitung bilden.
Auffällig ist, dass ein grosser Teil der Kommissionen direkt dem Sportbereich zugeordnet ist. Damit wird der strategische Fokus auch organisatorisch sichtbar. Die neue Vereinsorganisation wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Erfreulich war zudem, dass die neu geschaffenen Funktionen bereits mit Vereinsmitgliedern aus den eigenen Reihen besetzt werden konnten. Volley Uri startet damit personell gut aufgestellt ins nächste Vereinsjahr.
Auch die damit verbundenen Anpassungen des Organisations- und Entschädigungsreglements sowie die Statutenanpassungen wurden der Versammlung vorgelegt. Die Statuten wurden unter anderem im Zusammenhang mit Qualitäts- und Ethikstandards sowie neuen Anforderungen des Datenschutzes angepasst. Die entsprechenden Änderungen wurden genehmigt.
Ehrenmitgliedschaft für Roli Baltermi
Ein emotionaler Höhepunkt folgte bei den Danksagungen und Ehrungen. Roli Baltermi wurde für sein ausserordentliches Engagement zum Ehrenmitglied von Volley Uri ernannt. Er prägte den Verein in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Rollen: als Trainer bei den Herren 2 und Herren 1, als tragende Kraft bei Vereinsanlässen und besonders im Gastrobereich, aber auch als wichtige Vermittlerfigur im Fusionsprozess. Bereits zuvor war er in der Volleyballriege des Schweizerischen Turnvereins Altdorf eine wichtige Stütze.
Als Zeichen der Wertschätzung erhielt Baltermi eine Holzfigur aus dem Atelier der Holzbildhauerei Bissig in Isenthal. Daneben dankte das Co-Präsidium allen Trainerinnen und Trainern, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, Helferinnen und Helfern, Funktionärinnen und Funktionären sowie Sponsoren, die Volley Uri tragen.
Neue Vereinsbekleidung und gemütlicher Abschluss
Unter Verschiedenes wurde schliesslich die Vereinsbekleidung thematisiert. Beim Ausrüstungspartner Imholz Sport kann wieder bestellt werden. Das Sortiment wird ergänzt, unter anderem mit einer wärmeren Jacke für Herbst und Winter, einem Volley-Uri-Badetuch für den Sommer am See sowie einem schlichten Baumwollshirt für die Freizeit. Damit soll Volley Uri nicht nur in den Hallen, sondern auch im Alltag sichtbarer werden.
Nach rund eineinhalb Stunden wurde die dritte ordentliche Generalversammlung geschlossen. Im Anschluss folgte ein feines Nachtessen im Gasthaus Krone. In gemütlicher Runde wurde weiter diskutiert, gefachsimpelt und auf ein Vereinsjahr angestossen, das einmal mehr zeigte: Volley Uri ist nach den intensiven Fusionsjahren nicht nur komplett vereint, sondern bereit für den nächsten Entwicklungsschritt.
Bericht: Fabio Ziegler